Was war los im Naturschutzhof?

Grundschüler der Finkenburgschule entdecken den Wald

An vier aufeinanderfolgenden Tagen bekam der Naturschutzhof von Grundschülern der Finkenburgschule Wittmund Anfang September Besuch. Dabei entdeckten die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Bäume des Waldes - von der Fichte bis zur Buche. Auch die Früchte der Bäume konnten gesammelt und die unterschiedlichen Borken ertastet werden. Mit einem Spiegelgang konnten die Kinder die Perspektive wechseln und den Blick in die Baumkronen oder zum Waldboden richten. Eine Klasse hatte sogar das Glück, ein paar Fragen an die Forstarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten zu stellen, die grade mit dem Rückezug der Firma Ostendorf unterwegs waren.

„Pflanzt ihr auch Bäume?“, war eine der Fragen der Schülerinnen und Schüler. „Ja und diese bekommen wir dann aus der Baumschule“ antwortete der Forstwirt Michael. „Bäume müssen auch zur Schule“, erklärte er. Dies sorgte für fragende Gesichter und kichern bei den Kindern. Insgesamt haben alle einen erlebnisreichen Vormittag verbracht und konnten nach einer kleinen Überraschung mit viel neuem Wissen im Gepäck ihre Rückfahrt zur Schule antreten. Tolle Unterstützung bekamen die Waldpädagogin Nicole Janssen dabei auch von den neuen Föj-lern Jelke und Frederic, die die Klassen begleiteten und unterstützten.

Stand 11.09.2020

Waldführerschein erfolgreich abgeschlossen

Während einer Woche in den Ferien entdeckten einige Kinder die Geheimnisse und Abenteuer im Wittmunder Wald und waren dabei großen und kleinen Tieren auf der Spur. Auch die Pflanzen und Bäume lernten sie mit Kopf, Herz und Hand kennen. Zum Abschluss der Woche gab es eine von den Kindern erfolgreich gestaltete Führung, um im Anschluss stolz Ihre eigene Waldführerschein-Urkunde in den Händen zu halten. „Es war eine tolle Woche, in der jedes Kind seine individuellen Stärken zeigen und nutzen konnte. Die Kinder konnten vieles Wissenswertes über den Wald erfahren, neue Freundschaften knüpfen und Ihre Kompetenzen erweitern“, so die Waldpädagogin Nicole Janssen.

Ein großer Dank geht dabei an die angehende Waldpädagogin Kathrin Kroker-Gembler, die in der Waldwoche Ihre Praktikumszeit absolviert hat und eine tolle Unterstützung war. Auch die neuen Föj-ler Frederic und Jelke durften erste Erfahrungen sammeln und wurden schnell von den Kindern ins Herz geschlossen. Die Waldführerscheinwoche wurde vom Verein Naturschutzhof Wittmunder-Wald in Kooperation mit dem WPZ Weser-Ems der Landesforsten angeboten.

Waldskulpturen mit Vivien Wittchen

An einem Dienstagmorgen in den Sommerferien gab die Kunstpädagogin Vivien Wittchen ihr Debüt am Naturschutzhof. Im Rahmen des kostenlosen Ferienprogramms der VHS Friesland-Wittmund, welches diese als Kooperationspartner für das Projekt LernRäume plus des Niedersächsischen Kultusministeriums und unter dem Dach „Niedersachsen hält zusammen" anbietet, bastelten die sieben Kinder auf Holzstücken befestigte Drahtskulpturen. Der Themenbereich Phantasiepflanzen wurde schnell in alle erdenklichen Richtungen erweitert, bis hin zu vernetzten Gebilden, die sich über den gesamten Tisch erstreckten.

Neben dem Draht wurden auch Materialien aus dem Wald wie Blätter, Äste und Kiefernzapfen mit in die Kunstwerke eingearbeitet. Für die farbliche Gestaltung sorgte das mit Kleister befestigte Seidenpapier, das geschickt und geduldig an die richtige Stelle gesetzt wurde. Zwischendurch war natürlich auch noch Zeit für einen Besuch bei den Schafen und Hühnern, beim Springkraut und für freies Spielen auf dem Gelände. Am Mittag konnte jeder mit seinen fertigen Skulpturen stolz und voller Erfahrungen nach Hause gehen.

Ein Tag unter Schafen und Hühnern im Wald

An einem sonnigen Sonntag kamen einige tierliebe Kinder zur Ferienaktion „Unter Schafen“ an den Naturschutzhof Wittmunder Wald. Möglich wurde dieses kostenfreie Angebot durch die VHS Friesland-Wittmund, die an dem Projekt „LernRäume Plus“ teilnimmt. Zur Einstimmung für den richtigen Umgang mit den Tieren lernten die Kinder bei einem Spiel langsam und ruhig zu schleichen. Nachdem sie dies erprobt hatten, ging es auf die Streuobstwiese zu den Schafen und zahlreichen Hühnern, wo der Hobbyschäfer Kay Scharfenberger einiges Wissenswertes über die Tiere, deren Pflege und Haltung erklärte. Über den Nutzen der Tiere für die Streuobstwiese und warum diese so genannt wird, berichtete die Waldpädagogin Nicole Janssen. Nach einer kurzen Pause durften sich die Kinder ein Schaf-Exemplar aus Wolle für zu Hause basteln. Dabei bekamen sie Unterstützung von Elfriede Hannemann, die Mitglied des Vereins Naturschutzhof Wittmunder Wald ist und sich regelmäßig engagiert. „Die Tiere sind eine tolle Bereicherung für den Hof. Es macht mir immer eine große Freude die Kinder zu unterstützen und zu sehen, wieviel sie im Umgang mit den Tieren in der Natur lernen können.“

Im Anschluss durften sich die Kinder dann im Schafehüten probieren. Vorher stellte Hobbyschäfer Kay eine Wette auf. Er behauptete, dass alle anwesenden Kinder nicht die Arbeit eines einzigen Hütehundes übernehmen könnten. Elfriede Hannemann, Nicole Janssen sowie die Kinder wetteten natürlich dagegen. Schnell mussten die Teilnehmer jedoch feststellen, dass es ohne Absprachen nicht funktionierte. Die Aufgabe des Schafehütens entwickelte sich als echtes Teamtraining, denn nur zusammen und mit guter Kommunikation untereinander konnten diese über das Gelände getrieben werden. Auch die Brahmer Hühner fanden viele Liebhaber unter den Kindern und sie erfuhren etwas über die unterschiedlichen Federn der Tiere - von der Unterwäsche bis zum Designer-Dress.

Ein ruhiger und rücksichtsvoller Umgang mit Tieren war eines der vielen Lernerfahrungen, die die Kinder am Ende dieses erlebnisreichen Nachmittages mit nach Hause nahmen. Eine Wiederholung ist von den Kindern, sowie vom Betreuer-Team gerne gewünscht. Und falls sich jemand fragt, wie die Wette ausging – mithilfe guter Teamarbeit und einer guten Ration Futter wurde das Ziel schlussendlich erreicht.

Tierische Unterstützung für die Streuobstwiese

Viele Spaziergänger im Wittmunder Wald haben es schon gesehen: Die Streuobstwiese neben dem Naturschutzhof hat neue Bewohner bekommen! Insgesamt vier Schafe und drei Lämmer, die der Familie Scharfenberger aus Lavay gehören, dürfen nun die Wiese beweiden und pflegen, denn das ist deutlich umweltfreundlicher als die Mahd. Immerhin wird Treibstoff gespart und die Insekten und Kleintiere überleben. Außerdem entsteht so wieder Platz für neue Pflanzen und die Artenvielfalt wird erhöht. Bei Sturm oder starker Sonne können sich die Texelschafe in einen neu bemalten Bauwagen verkriechen, der extra dafür auf der Streuobstwiese platziert wurde. Die beiden kleinsten Lämmer Heinzi und Heidi werden sogar noch zweimal täglich von Kay Scharfenberger oder Sohn Pelle mit der Flasche gefüttert. Und so ertönt immer mal wieder ein lautes „Määh!“ im Wittmunder Wald!

Genug zu tun am Naturschutzhof!

In diesem Jahr ist alles anders. Es ist schönstes Wetter, der Wald erwacht wieder aus seinem „Winterschlaf“. Und eigentlich sollten am Naturschutzhof fast jeden Tag Kinder herumtoben und den Frühlingswald entdecken. Das geht dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie aber nicht, alle Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Nach der ersten Enttäuschung stellte sich die Frage: Wie nutzen wir die frei gewordene Zeit sinnvoll?

Einerseits haben wir jetzt Zeit, den Hof und die Gebäude zu verschönern: Ein größeres Projekt, das wir nun angehen können, ist, den Holzfußboden im Blockhaus zu schleifen und neu zu lackieren (,was durchaus aufwändiger ist, als wir vorher vermuten konnten!) Auch draußen gibt es viel zu tun: Da wir im Winter mit Holz heizen, haben wir vergangenen Herbst eine riesige Holzlieferung bekommen, die wir nun zersägen und einlagern müssen, um in den nächsten Jahren damit zu heizen. Außerdem haben wir Zeit für einige Upcycling-Projekte gefunden: Eine alte Schubkarre konnten wir als Blumenbeet wieder verwendbar machen und aus Plastikflaschen wurde ein vertikaler Garten. Auch die Kräuterspirale konnten wir wieder zum Leben erwecken.

Für uns steht jedenfalls jetzt fest: Langeweile ist die Mutter der Kreativität!

Mit viel Frauenpower an die Motorsägen

Motorsägen-Führerschein der Niedersächsischen Landesforsten in Kooperation mit Naturschutzhof

„Vertrautheit im Umgang mit Motorsägen und Brennholz sicher sägen“, unter diesem Motto kann die Wochenendschulung am 13. Und 14. März zusammengefasst werden. Nachdem im großen Seminarraum des Naturschutzhofes die Theorie über den Umgang mit der Motorsäge und deren Technik gelehrt wurde, ging es für den praktischen Einsatz in den direkt benachbarten „Schulungsraum Wald“. Die Fachleute vom Forstamt Neuenburg, Hans-Jürgen Ortgies und Michael Glase, hatten beim jetzigen Wochenendlehrgang zehn Teilnehmer. Diesmal mit viel Frauenpower von immerhin 40 %. Im praktischen Teil wurden die Fällung von Bäumen bis 25 Zentimeter Durchmesser, vor allem aber das fachgerechte Sägen von liegendem Holz geübt. Beim Erwerb von Brennholz in den Niedersächsischen Landesforsten ist der Nachweis eines solchen „Motorsägen-Führerscheins“ verpflichtend, wenn das Holz im Wald oder am Waldweg gesägt werden soll.

Bei diesem Lehrgang im Wittmunder Wald bot sich an, auch das Team vom Naturschutzhof mit zu schulen. Die Mitarbeiter freuten sich sehr über die Gelegenheit, denn die Bildungsstätte wird selbst überwiegend mit Holz geheizt, und große Berge von noch nicht zerkleinertem Brennholz warten auf die fachgerechte Zubereitung in den nächsten Wochen. „Wir sind begeistert über die gut laufende Kooperation mit den Landesforsten. Diesmal lernen wir eine ganz neue Facette der Umweltbildung kennen. Wir sind es heute nicht, die zusammen mit Forstleuten Waldbesucher oder Schulkinder unterrichten. Diesmal sind wir die Geschulten. Auch das macht riesigen Spaß“, so Dr. Johanna Umbach, Leiterin des Naturschutzhofes   – diesmal Lehrgangsteilnehmerin.