Das Projekt Wurzelwerk

Das Projekt „Wurzelwerk“ ist im weiteren Sinne ein Integrationsprojekt, das auch den Naturschutzhof Wittmunder Wald als eine wichtige Anlaufstelle nutzt. „Wurzelwerk“ führen die Arbeitsgemeinschaft WaldRanger (Sitz Reepsholt) und die Stiftung „Zukunft Wald“ (Landesforsten-Stiftung, Sitz Braunschweig) gemeinsam durch. Es wird durch die Förderkulisse „Land(auf)Schwung“ im Landkreis Wittmund finanziell unterstützt.

 

Im Projekt „Wurzelwerk“ werden Kinder und Jugendliche aus im Raum Ostfriesland sesshaft werdenden Familien von Migranten und Asylsuchenden in den Kreis einer schon länger tätigen Umweltgruppe aufgenommen. Sie können sich so im Kontakt mit Gleichaltrigen bei Arbeiten in der Natur (Bäume pflanzen, Gärten anlegen, Pflegearbeiten auf Streuobstwiesen u.a.) besser „verwurzeln“. Diese Beschäftigung im „Grünen Bereich“, und die Kontakte zu hiesigen Kindern, Jugendlichen und den Betreuern, tragen zur Identitätsbildung, zu mehr Sicherheit und letztlich Geborgenheit in der neuen Umgebung bei. Die AG WaldRanger ist eine private Initiative, die seit 2012 aktiv ist. Ganz praktisch bei der Anlage von Schulwäldern, Pflege von Biotopen, Anlage von Streuobstwiesen. Aber die WaldRanger führen auch Boden- und Vegetationsuntersuchungen sowie Planung und Beratung im „Grünen Bereich“ durch, gern in Verbindung mit Waldpädagogik und Umweltbildung. Für dieses Konzept ist die AG WaldRanger bereits öffentlich ausgezeichnet worden. Das Projekt „Wurzelwerk“ nutzt den Naturschutzhof Wittmunder Wald als Anlaufstelle und führt, gern in Kooperation mit anderen Bildungsträgern, vor allem in den Lehr- und Lernbiotopen Aktivitäten durch. Außerdem unterstützt das Projekt auch große Veranstaltungen wie die Waldjugendspiele und den am Naturschutzhof durchgeführten „Apfeltag“. Bei diesen Veranstaltungen sollen vor allem die Förderung des Ländlichen Raums und Integration von geflüchteten Menschen zum Tragen kommen. Außerdem beteiligen sich Betreuer aus dem Kreis der WaldRanger am Sprachunterricht für Flüchtlinge. Da stehen Vokabeln und Redewendungen aus dem Bereich Pflanzen, Tiere, Natur und Ökologie im Vordergrund. Nur, wenn die wichtigsten Begriffe bekannt sind, kann auch die dann folgende praktische Arbeit wirklich nützlich sein und zur Verwurzelung beitragen. Im Rahmen des momentan laufenden Folgeprojektes „Wurzelwerk-Naturcamp“ werden noch stärker die Aspekte des Beobachtens in der Natur und Verhaltensregeln (Tier- und Pflanzenleben, Farben und Formen im Wald, Outdoor-Training, Pflanzcamps, Kunstcamps, Fotocamps) thematisiert.

In Planung

Demnächst sind die Förderzeiträume abgelaufen und die finanzielle Unterstützung der Wurzelwerk-Projekte über die Förderkulisse Land(auf)Schwung wird auslaufen. Damit sollen aber diese speziellen Aktivitäten von Migrantenbetreuung in Verbindung mit der Förderung des Ländlichen Raums nicht nachlassen. Der Name Wurzelwerk hat inzwischen erhebliche Bekanntheit erlangt, und es werden Vorträge über diese besondere Integrationsmaßnahme im Landkreis Wittmund auf Workshops im In- und Ausland gehalten. Es ist sinnvoll, diese Arbeit in der Natur und die Multiplikation der Erkenntnisse in Netzwerken und auf Fachveranstaltungen fortzusetzen. In diesem Kontext kommt dem Naturschutzhof im Wittmunder Wald eine wichtige Rolle zu.